
Rechtssicher durchs Sabbatical: Worauf Arbeitgeber bei Auszeiten achten müssen
Sabbaticals sind längst mehr als ein Trend. Sie bieten Arbeitnehmern die Möglichkeit, für einen längeren Zeitraum aus dem Berufsalltag auszusteigen. Sei es zur persönlichen Weiterentwicklung, für Reisen, für familiäre Verpflichtungen oder zur Regeneration. Gleichzeitig sind Sabbaticals für Arbeitgeber ein strategisches Angebot, das die Arbeitgeberattraktivität steigert, die Bindung qualifizierter Fachkräfte erhöht und zur langfristigen Leistungsfähigkeit der Mitarbeitenden beiträgt.
Damit Sabbaticals in der betrieblichen Praxis erfolgreich und rechtssicher umgesetzt werden können, ist die sozialversicherungsrechtliche Gestaltung entscheidend. Insbesondere die Beachtung der rechtlichen Rahmenbedingungen während der Freistellungsphase und die korrekte rechtliche Würdigung und Behandlung von Wertguthabenmodellen.
Die sozialversicherungsrechtliche Behandlung eines Sabbaticals hängt maßgeblich vom zugrunde liegenden Modell ab:
Langzeitkonten
Der Arbeitnehmer spart Entgeltbestandteile an, um während der Freistellung weiter Entgelt zu erhalten.
Sozialversicherungsrechtlich gilt:
- Während der gesamten Freistellungsphase besteht ein fortlaufendes sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis, wenn das Entgelt während der Freistellung angemessen ist
- Die ausgezahlten Wertguthaben gelten als Arbeitsentgelt.
- Beiträge zur Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung sind fortlaufend abzuführen.
- Die Langzeitkonten müssen verschiedene Voraussetzungen (z.B. Insolvenzsicherung) erfüllen, damit sie sozialversicherungsrechtlich ihr Wirkung entfalten.
Unbezahlte Freistellung
Der Arbeitgeber gewährt eine längere Auszeit ohne Entgeltfortzahlung. Hier endet die Sozialversicherungspflicht grundsätzlich nach einem Monat. Danach muss sich der Arbeitnehmer freiwillig gesetzlich versichern oder eine private Krankenversicherung sicherstellen. Auch in der Rentenversicherung ist dann eine freiwillige Weiterversicherung möglich.
Egal welches Modell: Es ist wichtig eine individuelle schriftliche Sabbatical-Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer abzuschließen und die Wertguthaben und deren Verwendung sauber zu dokumentieren. Ein sauberer vertraglicher Rahmen verhindert spätere Streitigkeiten über Versicherungsstatus, Entgeltansprüche oder Rückkehrmodalitäten.
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Sabbaticals und Wertguthabenvereinbarungen
